Flammen in unserer Wiederaufforstung – Teil 2

Anfang 2024 kam es zu einem Feuer in unserer Wiederaufforstung, wobei 8 Patenbäume und etwa 50 weitere junge Regenwaldbäume auf unserem Grundstück beschädigt oder zerstört wurden.

Ein Nachbar ging während des Feuerlegens im Rahmen des Brandfeldbaus sehr leichtfertig an die Sache heran und verursachte den genannten Schaden.

Im Nachgang verpflichtete er sich, die Bäume neu zu pflanzen und übergab uns eine Sicherheitszahlung. Es wurde eine Rückzahlung vereinbart, sofern die durch ihn neu gepflanzten Bäume regelmäßig gepflegt würden.

Erneutes Feuer 2026 besser unter Kontrolle

Ende April 2026 machte der selbe Nachbar wieder Anstalten, ein Feld abzubrennen. Diesmal direkt neben der ältesten Regenwaldwiederaufforstung.
In diesem Bereich liegt aktuell sehr viel trockenes Laub auf dem Boden – da kann ein kleiner Funken einen enormen Feuerschaden verursachen.

Hier wurde zuerst ein Gegenfeuer nah an unserer Wiederaufforstung, hier oben im Bild, gelegt.

Keine Patenbäume beschädigt

Zum Glück ging diesmal alles gut, es wurden keine unserer Bäume beschädigt und es scheint, als hätte der Nachbar seine Hausaufgaben gemacht:

  • Neben seinem nun 15-jährigen Sohn und ihm stand ein weiterer Helfer bereit
  • Es wurde eine große, etwa fünf Meter breite Schneise vor unserem Waldstück angelegt
  • Es standen einige Kanister mit Löschwasser bereit und es waren zwei Rückenpumpen im Einsatz, um Glutnester zu löschen
  • Der Wind stand günstig
  • Es wurde erst ein Gegenfeuer gelegt.
Nachdem das Gegenfeuer gelegt wurde, wurde das Hauptfeuer mit mehr Brandlast von unterhalb entzündet.

Gefühlt gibt es in der Umgebung aktuell sehr viel Brandfeldbau. In einem Umkreis von einem Kilometer wurden fünf Flächen von jeweils etwa 2-4 Hektar Größe abgebrannt. Auf einigen stand bereits ein gut entwickelter Sekundärwald.

Einerseits tut uns jedes zerstörte Regenwaldstück in der Seele weh. Andererseits muss man den hier Lebenden Personen ihr Recht auf ein wirtschaftliches Auskommen zugestehen. Und immerhin: Auf den Flächen stand für viele Jahre Regenwald.

Tiquisque-Preis enorm gestiegen

Hintergrund für das vermehrte Abbrennen könnte der extrem gestiegene Preis für Tiquisque (auch Tannia genannt) sein.

Im Großhandel in Cenada im Zentraltal bekommt man derzeit pro Kilo Tiquisque durchschnittlich 1950 Colones (3,66 €).
Während im Jahr 2025 bei Kauf durch einen Zwischenhändler vor Ort pro Kilo 326 Colones (0,61 €) gezahlt wurden, sind es in diesem Jahr 1520 Colones (2,85 €).
Nun möchten viele hiesige Landwirte von den erhöhten Gewinnaussichten profitieren. In diesem Landesteil wird traditionell Tiquisque angebaut.

Tiquiseque im Supermarkt. Links im Bild eine Kartoffel zum Vergleich.

Die hinterbliebene Asche verbessert den PH-Wert in Regenwaldböden, wenn sie mit dem nächsten Regen ins Erdreich einsickert. Der Boden wird gelockert und öffnet sich, so dass die Bedingungen für den Anbau von Pflanzenknollen merklich verbessert werden.

Risikoeinschätzung leicht erhöht

Wir hoffen, dass unser Nachbar auch weiterhin sorgfältig mit dem Brandfeldbau umgeht. Gleichzeitig haben wir unsere Risikoeinschätzung diesbezüglich leicht erhöht, denn ein Funkenflug kann nie ganz ausgeschlossen werden und es kommt vermehrt zu diesem Eingriff.

In der Regel gehen alle Nachbarn pflichtbewusst mit dem Brandfeldbau um und treffen die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen dafür. Theoretisch erlaubt das costarikanische Recht dies auf Antrag und mit einer sauberen Planung. Uns ist noch nie etwas von einem gestellten Antrag zu Ohren gekommen, was im Rahmen der Bürokratieverringerung nachvollziehbar erscheint.
Dies stets solange die genannten Maßnahmen zur Risikoreduktion eingehalten werden.

Fazit

Brandfeldbau bleibt für angrenzende Bereiche gefährlich.
Ein Verbieten dieser jahrzehntealten Tradition wäre allerdings nicht erfolgversprechend.
Klar ist auch, dass durch unser historisches und aktuelles Einwirken, sowie die Ankündigung die Feuerwehr zu rufen, sollte die Aktion ausser Kontrolle geraten, besser geplant wurde und ein verbessertes Risikobewusstein beim Nachbarn erzielt werden konnte.

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