In dieser Miniserie befragen wir den Ara-Experten Ulises Alemán. In der heutigen Antwort kommt der Scharlachara nicht gut weg.
Frage: Du kennst beide in Costa Rica heimischen Ara-Arten sehr gut. Was sind die wichtigsten Unterscheide zwischen dem großen Soldatenara (ara ambiguus) und dem Scharlachara (ara macao)?
Der große Soldatenara ist sehr wählerisch bei der Wahl des Nistplatzes, ja fast schon pedantisch.
Zudem ist er sehr sauber.
Die Ausrichtung der Nisthöhle spielt für ihn eine große Rolle und sollte perfekt mit der Sonneneinstrahlung harmonieren und nicht auf der Regenseite liegen, am besten eine Art Dach haben.
Der Scharlachara hingegen ist ein „Schmutzfink“. Er schnappt sich die erstbeste Nisthöhle in der Trockenzeit und legt sein Gelege hinein. Wenn es nun hineinregnet, mischt sich das Wasser mit den Exkrementen, welche im Nest hinterlassen werden und es entwickeln sich unzählige Würmer darin. Diese Würmer können die Küken angreifen und sogar töten.
Ich habe schon hin und wieder diese Nester gereinigt und trockengelegt, so dass die Küken überleben konnten.
Der große Soldatenara hingegen sorgt für trockene Nestern. Seine Nester enthalten organisches Material – das kann sich zersetzendes Holz und Holzspäne vom Baum sein, welche sich am Grund des Nestes befinden. Hier kommt es dann zu einer Symbiose zwischen verschiedenen Typen von Kakerlaken, Larven und dem großen Soldatenara.
Die Kakerlaken leben in der zuvor beschriebenen Schicht und ernähren sich von den Exkrementen der Vögel. Die roten Laven, aus denen später eine Art Käfer werden, ernähren sich von abfallenden Federn und der Haut toter Tiere.
Diese beiden Insektenarten reagieren also sofort darauf, wenn die Vögel Kot absondern und fressen diesen auf, so dass das Nest sauber bleibt.Nun ist ein weiterer Punkt zu beachten: Nehmen wir an, eine Familie von großen Soldatenaras, zwei Adulte und zwei Küken verbringen die Nacht gemeinsam in der Nisthöhle. Sie ordnen sich dabei in einem Kreis nebeneinander an, die Schnäbel in Richtung Holz, also nach außen und positionieren die Schwänze zum Zentrum hin.
Sobald dies passiert, nähren sich die Larven und knabbern an den Federn. Bei den adulten Aras und hier speziell beim Weibchen, was mehr Zeit im Nest verbringt, ist der Effekt zu vernachlässigen.
Bei den Küken kann es gleichwohl zu Problemen führen, wenn die Schwanzfedern zu sehr ausgedünnt werden, denn dies beeinträchtigt das Bremsverhalten beim Flug negativ. Da bei den Jungen wenig bis keine Flugerfahrung vorhanden ist, wir dadurch das Erlernen des Fliegens erschwert.


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