Der Tukan (wissenschaftlicher Name der Familie: Ramphastidae) ist ein farbenfroher Vogel mit einem langen, bunten Schnabel. Er erfreut sich nicht nur in Costa Rica großer Beliebtheit und wird gerne in Prospekten, Informationstafeln oder sogar auf Trinkgläsern abgebildet.
Wir präsentieren Ihnen hier sechs Fakten, die Sie gewiss noch nicht über den Tukan wussten.
1. Welche Tukanarten sind am bekanntesten?
Stellt man sich einen Tukan vor, denkt man an ein schwarzes Federkleid und einen bunten Schnabel. Vielleicht hat man auch ein Bild von einem frechen, sympatischen Vogel vor Augen.
Nur wussten Sie, dass es unzählige Tukanarten weltweit gibt?
Am bekannsten dürfen zwei sein:
1. Der Riesentukan (Ramphastos toco), welcher den größten Schnabel hat. Der Schnabel ist im Schnitt 20 cm lang. Dieser Tukan kommt nicht in Costa Rica vor. Man findet ihn in Südamerika.
2. Der Fischertukan (Ramphastos sulfuratus), welcher den buntesten Schnabel hat.

2. Wieviele Zehen hat ein Tukan?
Der Tukan verfügt über vier Zehen, zwei sind nach vorne und zwei nach hinten gerichtet am Fuß. Zudem sind seine Beine und Füsse bläulich bis graublau gefärbt.
3. Warum haben Tukane so große Schnäbel?
Trotz seiner Größe von bis zu 23 cm wiegt der Schnabel des Tukans nur ca 30g. Der Tukan kann damit Früchte erreichen, die am Rand einer Baumkrone hängen und für andere Tiere nicht erreichbar wären. [1]
Zudem hilft ihm der Schnabel bei der Temperaturregulation: Ist es zu warm, wird mehr Blut durch den Schnabel geleitet. Ist es zu kalt, weniger. So kann der Tukan mit Hilfe des Schnabels und dessen großer Oberfläche leicht seine optimale Körpertemperatur halten. [2]
Doch damit nicht genug. Der Schnabel dient den gewieften Vögeln auch untereinander als Erkennungszeichen. So können sie erkennen, ob ein anderer Tukan zur selben Art gehört, was auch der Paarung dient. [1]
Innerhalb der Tukanfamilie werden die Arassaris abgegrenzt, welche etwas kleinere Schnäbel und geringere Körpergröße haben.
4. Können Tukane mit ihrem Schnabel Löcher in Bäume schlagen?
Nein, obwohl die Tukane der Ordnung der Spechtvögel angehören, können sie selbst keine Löcher in Bäume schlagen. Dazu ist der Schnabel zu weich. Sie müssen sich also mit bereits existierenden Baumhöhlen zum Nisten zufrieden geben. Meist nutzen sie bestehende Baumhöhlen oder von Spechten geschaffene. [3]
5. Welche Tukan-Arten leben in Costa Rica und wie sehen diese aus?
In Costa Rica leben sechs Tukan-Arten. Generell unterscheidet man zwischen den größeren Tukanen und den kleineren Arassaris.
Fischertukan, auch Regenbogentukan (Ramphastos sulfuratus)
Aussehen:
Die Männchen sind 47 cm groß und die Weibchen 44 cm. Der regenbogenfarbene Schabel dieser Art ist sehr markant.
Das Gefieder ist schwarz und mit der Ausnahme von Brust und Hals, welche gelb sind.
Vorkommen in Costa Rica:
Überwiegend im karibischen Flachland anzutreffen, seltener auf der Pazifikseite.
Swainson-Tukan, auch Braunrücken-Tukan (Ramphastos swainsonii)
Aussehen:
Diese Tukanart ist die größte in Costa Rica. Die Männchen sind 56 cm groß, die Weibchen 52 cm.
Der markante Schnabel ist hellgelb, sowie vom Schnabelansatz diagonal nach unten abfallend dunkelbraun.
Vorkommen in Costa Rica:
Im Südpazifik im Flachland, so wie an der karibischen Küste.
Blaukehl-Arassari (Aulacorhynchus caeruleogularis caeruleogularis)
Aussehen:
Mit nur 29 cm Größe gehört der Lauch-Arassari zu den kleinen Tukanarten in Costa Rica.
Der Schnabel ist wie bei allen Arassaris kleiner als der der Tukane und weiss, schwarz, rot und gelb gefärbt.
Markant ist der blaue Hals.
Vorkommen in Costa Rica:
In den Höhenlagen von Monteverde.
Anmerkung:
Während der Vogel vormals als Unterart des Laucharassaris (A. prasinus) geführt wurde, wird er nun als eigenständige Unterart Aulacorhynchus caeruleogularis caeruleogularis geführt. [4]
Gelbohr-Arassari (Selenidera spectabilis)
Aussehen:
Bis zu 40 cm Größe. Männchen und Weibchen unterscheiden sich sichtbar (Sexualdiphormismus), beim Männchen ist der gelbe Streifen unten dem Auge bis zu den Ohren gezogen. Während der Kopf des Männchens schwarz ist, hat das Weibchen einen braunen Kopf. Beide haben eine schwarz Brust und olivfarbende Flügel.
Vorkommen in Costa Rica:
Gelbohrarassaris leben in feuchten Primärwälder bis zu einer Höhe von 1500 Metern. Er kommt überwiegend auf der Karibikseite vor und in der Zona Norte, sowie im Braulio Carillo Nationalpark.
Halsband-Arassari (Pteroglossus torquatus)
Aussehen:
Bis zu 41 cm groß. Der Schnabel dieser Art ist eher unspektakulär und wenig farbenfroh. Auffallend ist der gezackte Oberkiefer und das für diese Art spezifische rot-schwarze Band auf dem Buch und der schwarze Fleck auf der Brust. Kopf und Flügel sind schwarz, während die Brust die Grundfarbe gelb hat.
Vorkommen in Costa Rica:
Im Flachland auf der karibischen Seite, selten über 1500 m anzutreffen. Im Südpazifik wurden sie vom Feuerschnabel-Arassari verdrängt (siehe unten).
Feuerschnabel-Arassari (Pteroglossus frantzii)
Aussehen:
Bis zu 40 cm groß, ähnelt dem oben beschriebenen Halsband-Arassari. Der Schnabel ist gleichwohl farbiger: Auf der Oberseite schwarz, der Oberkiefer ist rot und der Unterkiefer schwarz. Am Schnabelansatz ist er grün.
Vorkommen in Costa Rica:
Im Südpazifik bis zu einer Höhe von 1500m. Keine Überlappung mit dem Halsband-Arassari.
6. Wie und was fressen Tukane?
Tukane fressen so: Nachdem sie die Nahrung mit dem Schnabel fixiert haben, richten sie ruckartig ihren Kopf auf, mit dem Schnabel zum Himmel gerichtet und öffnen dabei die Schnabelhälften. So fällt die Nahrung im Schnabel nach unten in den Verdauungstrakt.
Tukane fressen Früchte, wirbellose Tiere und kleine Wirbeltiere.
In unserer Regenwaldwiederaufforstung haben wir Tukane beim Fressen von Brotnussfrüchten und der Goldnuss beobachtet.
Da sie die großen Goldnuss-Samen nach der Verdauung des Samenhülle wieder auswürgen, tragen sie entscheidend zur Verbreitung dieser Samen bei.
7. Sind Tukane eifersüchtig?
Tukane leben monogam, haben also ein Leben lang nur einen Partner. Von in Gefangenschaft lebenden Tukanen weiss man, dass diese durch ihre Fixierung auf den Partner, hier auf den Menschen, eifersüchtig oder aggressiv auf dessen andere Tiere reagieren können. [1]
Quellen:
[1] Regenwälder – Tierparadiese unserer Erde, Autor: Bischoff, Mascha, ISBN: 9783577210034, S. 41
[2] https://web.archive.org/web/20260305095831/http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8165895.stm
[3] Costa Rica Natur und Reise, Autor: Wolfgang und Jacqueline Denzer, ISBN: 9783866590755, S. 75
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Blaukehlarassari
Birds of Costa Rica, Autor: Susan C.L. Fogden, ISBN: 9789968502160






















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